Wohnriester

Ende September 2011 zählte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales 704.000 abgeschlossene Eigenheimrenten. Das sind rund 200.000 mehr als noch Ende 2010. Rund 95 Prozent der Verträge wurden über Bausparkassen abgeschlossen. Ein Wohn-Riester-Vertrag ist eine komplexe Angelegenheit mit vielen Bedingungen und Besonderheiten. Dennoch steigt er in der Beliebtheitsskala bei der privaten Altersvorsorge weiter an.  
Genauso wie bei Riester-Versicherungen und Riester-Sparplänen schießt der Staat bei Wohn-Riester Geld dazu. Dafür muss jeder Sparer vier Prozent seines beitragspflichtigen Vorjahres-Bruttoeinkommens in einen Riester-Bausparvertrag einzahlen. Nur dann erhält er die vollen Zulagen:

Grundzulage 154,00 €
Kinderzulage 184,00 € Bis 31.12.2007 geboren
Kinderzulage 300,00 € Ab 01.01.2008 geboren
Berufseinsteigerbonus* 200,00 €

*zum 1. Januar , in dem er den Vertrag schließt, sein 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, unmittelbar zulagenberechtigt ist und nach dem 31. Dezember 1982 geboren ist (§ 84 EStG).


Die Eigenleistung muss mindestens 60 Euro pro Jahr betragen. Der geförderte Höchstbetrag liegt bei 2100 Euro jährlich, inklusive Zulagen. Darüber hinausgehende Beträge werden nicht mehr gefördert.
Die Bedingungen für Wohn-Riester

  • Der Vertrag muss nach 2007 abgeschlossen worden sein.
  • Förderfähig sind Neu- und Altbauten gleichermaßen.
  • Die mit Riester geförderte Immobilie muss vom Sparer selbst genutzt werden.
  • Riester-Sparraten können als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden.
  • Wohn-Riester ist nicht an Einkommensgrenzen gebunden.
  • Die staatliche Förderung fließt sowohl in der Spar- als auch in der Tilgungsphase.
  • Nach Renteneintritt fallen Steuern an.
  • Zinserträge sind frei von Kapitalertragssteuer

Im Vergleich zu anderen Riester-Produkten gibt es bei Wohn-Riester keine Rente, die besteuert werden kann. Deshalb versteuert der Fiskus den geldwerten Vorteil, den eine Immobilie bildet, wenn sie abbezahlt ist. Dafür eröffnet das Finanzamt ein sogenanntes Wohnförderkonto. Dort werden Einzahlungen, Zulagen und Tilgungsraten registriert und jährlich mit 2 Prozent verzinst. Darauf zahlt der Rentner dann Steuern. Kann er seine Steuerschuld mit einer Einmalzahlung begleichen, erhält er einen Rabatt von 30 Prozent. Er muss also nur noch 70 Prozent der Beträge, die auf dem Wohnförderkonto stehen, versteuern. Allerdings muss er sich verpflichten, seine Immobilie 20 Jahre lang selbst zu bewohnen und nicht zu vermieten. Wenn er kontinuierlich seine Schuld abzahlt, laufen die Zahlungen ab Renteneintritt bis zum Alter von 85 Jahren.
Beim Riester-Bausparen gibt es drei Phasen: Ansparphase, Tilgungsphase, Steuerphase. In jeder Phase muss der Sparer monatliche Aufwendungen leisten. Damit die eigenen vier Wände aber nicht zu einer finanziellen Belastung im Alter führen, sondern zu einer Entlastung, muss der Bausparvertrag genau passen. Ohne Beratung und genaue Berechnung ist das für den Laien nicht zu schaffen. Verbraucherzentralen und unabhängige Berater helfen dabei.